Bienenwohnungen

Die Bienen lebten einst überwiegend in unseren Wäldern in Baumhöhlen. In den Anfängen der professionellen Imkerei wurden auch alte ausgehölte Baumstämme zur Haltung der Bienen verwendet. Wir kennen das als Klotzbeuten.
Eine allgemeine Namensgebung für die Behausungen der Bienen ist das Wort „Beute“ (Duden: was jemand erbeutet hat, Opfer). Es ist tief verankert in unserem Wortschatz und fast jeder Nicht-Imker kennt dessen Bedeutung. Doch wenn wir uns den Sinn dieser Bezeichnung genau anschauen, steckt darin das Wort „aus-beuten“. Mancherorts wird die Honiggewinnung in extremen Fällen tatsächlich als Aus-Beutung betrieben. Doch unser Anliegen als Naturwabenimker ist es, die Bienen zu stärken und ihnen ein möglichst natürliches Leben zu ermöglichen. Dazu gehört, dass wir nur einen Teil Honig ernten, und die Bienen auf dem restlichen Honigvorrat überwintern können.
Deshalb suchen wir nach anderen Bezeichnungen für die Bienenwohnungen wie Kästen, Behausungen, Magazine, …

Bei uns Naturwabenimker werden nur natürliche Materialien für die Bienenbehausung verwendet, die die Bienen schon seit ewigen Zeiten kennen. Das sind Lehm, Stroh und Holz. Die Kästen sollen den Bedürfnissen der Bienen entsprechen. Bienen kennen ausgehöhlte Bäume, Höhlen oder Nischen.

Unsere Erfahrung ist, dass hochformatige Waben viel schneller ausgebaut werden als breitformatige. Einen Favoriten bei den Magazinen gibt es zurzeit nicht. Wir verwenden Einraummagazine, Zander, Deutsches Normalmaß, modifizierte Warrè (doppelt so groß wie eine normale Zarge), Top Bar Hive, und die Bienenwiege.

Wir sind davon überzeugt, dass die Bienen in allen Kästen leben können, doch sollten wir Menschen so wenig wie möglich in die Behausung schauen, um das natürliche Milieu nicht zu stören.
Über kurz oder lang werden wir wohl erkennen müssen, dass unsere mobilen Rähmchen uns Imkern zwar einen Blick in die Innenwelt der Bienenwohnung ermöglichen, doch scheint dadurch ein Störfaktor im Raumklima vorzuliegen. Denn die Rähmchen erzeugen eine Kältebrücke zwischen Maganzinwand und dem Rahmen. So kann Feuchtigkeit in den Bienenwohnungen entstehen. Hier gilt es weiter zu beobachten und für Abhilfe zu sorgen. Die ersten Versuche wurden schon eingeleitet, doch ist es noch zu früh um darüber zu berichten.